Das Gluten-Netzwerk geht in die zweite Phase

Bundesweites "Gluten Netzwerk" in Bremerhaven gestartet

Das Gluten Netzwerk 1

25.01.2017

Stichworte: Gluten, Düngemittelverordnung, Getreideprotein, Lebensmittelchemie

 

 

Innovationsförderung: Das Gluten-Netzwerk geht in die zweite Phase

Im "Gluten-Netzwerk" werden mit und für mittelständische Unternehmen der Getreidebranche neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte initiiert, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert werden. Je Unternehmen und Projekt sind bis zu 190.000 EUR Förderung möglich.

Das im Dezember 2016 gegründete und vom ttz Bremerhaven koordinierte Netzwerk wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des BMWi durchgeführt. Ziel der Initiative ist es, neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu starten, welche die beteiligten Unternehmen technologisch und wirtschaftlich voranbringen. Gegenstand der Projekte können sowohl Produkt- und Prozessentwicklungen bei einzelnen Partnern sein als auch Grundlagen, die für die ganze Branche von Bedeutung sind. Dementsprechend werden die Projektteams zusammengestellt und das jeweils geeignete Förderprogramm ausgewählt.

Am Netzwerk beteiligt sind Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette, vom Saatzüchter bis zum Endanwender, sowie Verbände und Forschungseinrichtungen. "Die große Stärke des Gluten-Netzwerks ist die Bereitschaft der Partner zum fachlichen Austausch", sagt Netzwerkmanager Julien Huen. „Jeder Akteur der Wertschöpfungskette ist Experte seiner eigenen Prozesse und kennt die Schnittstellen zu seinen direkten Lieferanten und Kunden sehr gut. Die Wenigsten jedoch überblicken die Abläufe der gesamten Branche. Der Austausch mit Partnern aus allen Bereichen öffnet den Blick für neue Lösungen.“

Im Netzwerk finden regelmäßig Treffen an wechselnden Standorten statt – jeweils in den Räumen eines anderen Partners. Zusätzlich werden Online-Workshops mit externen, internationalen Experten veranstaltet. „Der Wissenstransfer, der dabei stattfindet, trifft auf technologische Fragestellungen, die von den beteiligten Unternehmen kommen. So entstehen die Ideen für neue Projekte“, erläutert Huen weiter.

Ein zentrales Arbeitsthema des Netzwerks ist die Qualität von Getreideprotein. Auf Anwenderseite stellt sich die Frage, welche Proteinzusammensetzung in den einzelnen Anwendungen zu den besten Ergebnissen führt. Toastbrot, Hamburger Buns oder glutenbasierte Fleischersatzprodukte stellen nämlich sehr unterschiedliche Anforderungen an die eingesetzte Rohware. In allen vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette wird im Netzwerk daran gearbeitet, Einflussfaktoren der Proteinzusammensetzung besser zu beherrschen: das genetische Potential der einzelnen Sorten ist dabei ebenso wichtig wie die Düngepraxis, die Einlagerungsentscheidungen und die Vermahlungsprozesse. Untersucht wird auch, wie die Proteinqualität in den verarbeitenden Unternehmen genauer charakterisiert werden kann.

„An diesen Beispielen wird die Vision des Netzwerks deutlich: eine Wertschöpfungskette, in der die Qualitätsanforderungen der modernen Endanwendungen ausreichend beschrieben sind und bereits bei der Saatzüchtung sowie in allen weiteren Verarbeitungsstufen berücksichtigt werden. Unternehmen, die ihre Prozesse und Produkte besser an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen, werden dabei ihre Stellung am Markt stärken“, so Huen. Gemäß dieser Überzeugung zielen die einzelnen F&E-Projekte aus dem Netzwerk darauf ab, einzelne Prozesse und Produkte sowie Verarbeitungsanlagen und Analysegeräte zu verbessern oder gar neu zu gestalten. Die Projekte werden dabei jeweils von einem oder mehreren Unternehmen, mit oder ohne Unterstützung von Forschungseinrichtungen, durchgeführt. Bei ausreichendem Innovationsgrad und wirtschaftlichem Potential werden die Vorhaben vom BMWi gefördert.

Ab März 2018 wird das Gluten-Netzwerk in die zweite Förderphase gehen. Unternehmen, die sich der Initiative anschließen möchten, können mit dem ttz Bremerhaven Kontakt aufnehmen.

Ansprechpartner: ttz Bremerhaven, Julien Huen, 0471/80934-241

www.gluten-netzwerk.de

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung

Das Gluten Netzwerk 1

Bildunterschrift: Das Gluten-Netzwerk besteht aus Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette sowie Forschungseinrichtungen und Verbänden (hier: Netzwerktreffen im Oktober 2017)

Foto: ttz Bremerhaven

 Das Gluten Netzwerk 2

Bildunterschrift: Jede Anwendung von Weizenmehl stellt (hier: Laminierung) stellt eigene Anforderungen an das Getreideprotein.

Foto: ttz Bremerhaven 

 
Das Gluten Netzwerk 3

Bildunterschrift: Die Anforderungen aus den einzelnen Anwendungen von Weizenmehl sollten bereits am Anfang der Wertschöpfungskette (hier: Züchtung neuer Weizensorten) berücksichtigt werden.

Foto: ttz Bremerhaven

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.
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