ttz Bremerhaven Seegangssimulator

 

Newsletter Ausgabe 3/2022, 01.12.2022

 

Der Teststand zur Erprobung von Wasserstoffkomponenten und Komplettsystemen im 3-dimensionalen Raum (“Seegangssimulator”) ist eine einzigartige Testinfrastruktur, die in Bremerhaven dem Schiffbau und der maritimen Zulieferindustrie zum Test neuer Technologien für den Einsatz auf Seeschiffen zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Plattform kann alle sechs Freiheitsgrade der Schiffsbewegung simulieren und Nutzlasten von bis zu 30 000 kg im Format eines 40 Fuß Containers in einer Umgebung mit ATEX Zone 2 aufnehmen. Viele neue und innovative Verfahren, Anlagenteile und Komponenten für maritime Anwendungen können bisher nicht vor dem Einbau unter realitätsnahen Bedingungen auf ihre Eignung für den Hochseebetrieb getestet werden.

Um diese Lücke in der Entwicklung und Erprobung zu schließen und aussagekräftige Ergebnisse zum Verhalten neuer Technologieentwicklungen für maritime Anwendungen zu liefern, soll ein entsprechender Teststand mit einer beweglichen Plattform entwickelt, in Bremerhaven installiert, vom ttz Bremerhaven wissenschaftlich betreut und technisch betrieben werden. Mit dem Teststand wird die dreidimensionale Bewegung eines Schwimmkörpers mit den sechs Freiheitsgraden im Seegang mechanisch simuliert. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf den Einsatz von Antriebssystemen für Schiffe auf Wasserstoffbasis gelegt werden, was bedeutet, dass besondere Anforderungen an die Sicherheit und den Explosionsschutz gestellt werden müssen.


Durch die sehr hohen technologischen Anforderungen der Wasserstofftechnologien stehen Hersteller und Anwender vor großen Herausforderungen. Um die Lücke bei Kenntnissen und Erfahrungen im Einsatz und Umgang mit neuen Technologien auf Wasserstoffbasis zu schließen oder neue Technologien für den weitreichenden Einsatz von Wasserstoff in mobilen Anwendungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu erproben, wird eine umfangreiche Testinfrastruktur und wissenschaftlich-technisches Know-how benötigt.

Mit dem Entscheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird in Norddeutschland ein auf die Wasserstofftechnologie ausgerichtetes Innovations- und Technologiezentrum (ITZ) für die Luftfahrt und die Schifffahrt errichtet. Dieses „ITZ Nord“ soll als ein neuartiges Dienstleistungszentrum im künftigen Netzwerk des Deutschen Zentrums für die Mobilität der Zukunft aufgebaut werden. Es ist für die Luftfahrt und für die Schifffahrt konzipiert und wird sein Leistungsangebot an den Standorten Bremen/Bremerhaven, Hamburg und Stade erbringen. Mit seiner Unterstützung setzt der Bund einmal mehr ein entscheidendes Zeichen für den Ausbau Norddeutschlands zu einer Wasserstoffhochburg. Der Teststand für Wasserstoffkomponenten und Komplettsysteme soll voraussichtlich auf dem ehemaligen Flugplatz „Luneort“ in Bremerhaven seinen Standort finden.

Nicht nur Entwickeln und Testen, sondern auch Schulen und Weiterbilden

Innovative Technologien in der Industrie zu implementieren stellen neue Anforderungen an die anwendenden Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Personal muss im richtigen Umgang mit dem Energieträger fachlich geschult werden, damit dieser Energieträger wirkungsvoll zum Klimaschutz und zur Dekarbonisierung beitragen kann. Somit soll die Testinfrastruktur durch ein praxisnahes Schulungs- und Weiterbildungszentrum zu Wasserstoffanwendungen ergänzt werden.

Das „ITZ Nord“ ist Teil von insgesamt vier deutschen Technologiezentren, die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ausgewählt wurden. Der norddeutsche Standort verteilt sich auf die vier Städte Bremen, Bremerhaven, Stade und Hamburg.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel und Ressourceneffizienz.

Bildquelle: ttz Bremerhaven